Initiative Digitale Souveränität: Österreichische Leitunternehmen bündeln Kräfte für ein technologisch unabhängiges Europa

Medieninformation

Die neue „Initiative Digitale Souveränität“ vereint Partner aus unterschiedlichen Branchen mit einem gemeinsamen Ziel: Österreich und Europa soll seine Chancen nutzen und technologisch unabhängiger, innovativer und resilienter werden – mit europäischen Technologien, europäischem Know-how und europäischen Werten.

Wien, 7. Juli 2026. Digitale Souveränität ist keine Defensive – sie ist eine Standort-Chance. Eine Chance für Österreich und Europa, technologisch unabhängig zu werden, eigene Innovationen zu führen und im globalen Digitalwettbewerb erfolgreich zu bestehen. Die Initiative bringt mit den Unterstützern A1 Telekom, Anexia, Erste Bank, KEBA Group, SPAR ICS, Umdasch und Vienna Insurance Group gleich mehrere Unternehmen aus unterschiedlichen Sektoren zusammen, um gemeinsam Initiativen und Pilotprojekte voranzutreiben und den Digitalstandort Europa zu stärken.

Ein besonderer Fokus liegt auf dem Schutz kritischer Infrastruktur, die für die Resilienz des Standortes von zentraler Bedeutung ist. Dabei versteht sich die Initiative ausdrücklich nicht als Aufruf zur Abschottung: Autarkie ist nicht das Ziel. Vielmehr geht es darum, europäische Handlungsfähigkeit zu sichern und Abhängigkeiten von außereuropäischen Technologieanbietern strategisch zu reduzieren.

 

Die Initiative Digitale Souveränität in fünf Punkten

  • Innovation & Wertschöpfung: Neue digitale Produkte und Dienstleistungen werden in Europa entwickelt – Arbeitsplätze und Wohlstand entstehen vor Ort.
  • Sicherheit & Vertrauen: Daten bleiben unter europäischer Kontrolle, Cyberrisiken sinken, Bürgerinnen und Bürger und Unternehmen gewinnen Vertrauen gegenüber digitalen Services.
  • Unabhängigkeit & Resilienz: Europa wird weniger anfällig für externe Marktmacht und geopolitische Abhängigkeiten – ohne dabei auf globale Vernetzung zu verzichten.
  • Wettbewerbsfähigkeit: Europäische Lösungen werden weltweit konkurrenzfähiger und damit auch exportierbar.
  • Europäische Werte: Datenschutz, Transparenz und Menschenrechte werden in globalen Technologiestandards verankert.

 

Europäische Chancen nutzen und Standort stärken

Thomas Arnoldner, Deputy CEO A1 Group, unterstreicht die Bedeutung sicherer europäischer Cloud-Infrastrukturen: „Europa braucht auch digital mehr Handlungsfähigkeit. Bei Energie und Verteidigung haben wir erkannt, dass strategische Abhängigkeiten ein Risiko sind — im Digitalen gilt das genauso. Heute sind wir bei Betriebssystemen, Cloud und KI stark von wenigen außereuropäischen Anbietern abhängig. Digitale Souveränität bedeutet nicht Abschottung, sondern Wahlfreiheit und europäische Alternativen — besonders bei kritischen Daten. Mit unseren souveränen Cloud-Lösungen, bei denen Daten Europa nicht verlassen, leisten wir dazu bereits heute einen konkreten Beitrag.“

Alexander Windbichler, CEO Anexia Group, betont: „Digitale Souveränität durch Software-Hoheit und technische Entscheidungen. Für uns in Europa sind daher europäische Lösungen von strategischer Bedeutung – nicht nur für unsere europäische Unabhängigkeit, sondern auch damit wir die Anbietervielfalt hochhalten – entsprechend den Sicherheitsstandards, die für uns in Europa und auch in Österreich maßgebend sind. Denkbar ist eine Regulierung ähnlich dem Telekom- und Energiemarkt: Dort wurden Netze geöffnet, ohne Produkte vorzuschreiben. Im Cloud-Umfeld bedeutet das beispielsweise offene Schnittstellen und eine klare Trennung zwischen Software und Betrieb. In diesem Sinn sollten auch die Maßstäbe, die Ausschreibungen zugrunde gelegt werden, die Realität einer digital hochvernetzten Welt widerspiegeln und das stärken, was unsere Gesellschaft, österreichische Unternehmen und den Standort Europa auf lange Sicht resilienter werden lässt. Wettbewerb ist ein zentraler Aspekt – und die Spielregeln, nach denen er funktioniert, stellen die Weichen. Wir haben hier vor Ort Potenziale – starke Unternehmen in der digitalen Sphäre – die wie wir als Anexia Group mit Expertise bereitstehen und digitale Souveränität vorantreiben können und wollen.“

Gerda Holzinger-Burgstaller, CEO der Erste Bank: „Eine positive digitale Zukunft braucht Innovationen, Investitionen und starke Kompetenzen in Österreich und Europa. Mit Blick auf künftige technologische Entwicklungen ist es sinnvoll, sich frühzeitig mit neuen Anforderungen auseinanderzusetzen. Besonders stolz macht uns, dass wir in der Quantensicherheit führende österreichische Forschung in praktische und zukunftsorientierte Anwendung bringen können.“

Technologische Innovationen „Made in Austria & Europe“

Für Christoph Knogler, CEO KEBA Group, ist Künstliche Intelligenz eine wesentliche Säule der Unternehmensstrategie: „Die österreichische Industrie ist bekannt für ihren Erfindergeist und ihre Innovationskraft. Beim Einsatz Künstlicher Intelligenz haben wir etwas den Startschuss verpasst und das gilt es nun aufzuholen. Derzeit liegen wir noch hinter dem europäischen Durchschnitt. Als Unternehmen müssen wir unsere eigene Entwicklung im Thema KI selbstwirksam aktiv vorantreiben – insbesondere muss KI in die Unternehmensstrategie, in die Führungsverantwortung hinein. Wer KI sinnvoll einsetzt, nutzt das eigene Wissen in Form von Daten effizienter und hält Wertschöpfung im Land. Wer das nicht tut, verliert sukzessive an Wettbewerbsfähigkeit. Im Thema der Digitalen Souveränität raten wir an, speziell erfolgskritische Prozesse auf Infrastruktur laufen zu lassen, über die man möglichst unabhängig verfügen kann. Neben europäischen Cloud-Alternativen und KI-Modellen spielen hier vor allem On-Device- und On-Edge-KI-Lösungen eine wichtige Rolle. Auf derartige Lösungen spezialisieren wir uns auch als KEBA mit unserem Industrial Automation und KEBA Digital KI-Portfolio.“

„Als IT-Einheit der SPAR Österreich Gruppe treiben wir die digitale Weiterentwicklung konsequent voran und schaffen die technologische Basis für innovative Lösungen im Handel. Anwendungen wie die SPAR-App, die SPAR-Produktwelt, Self-Check-out oder digitale Lösungen im Store zeigen, wie entscheidend leistungsfähige Plattformen sind. Als Anwender und Betreiber bringen wir unsere Erfahrung aktiv ein, um praxisnahe Lösungen mitzugestalten und digitale Souveränität in Österreich und Europa nachhaltig zu stärken.“, sagt Andreas Kranabitl, Geschäftsführer der SPAR ICS.

Wettbewerbsfähigkeit Europas und Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger sichern

Wolfgang Litzlbauer, Vorstandsvorsitzender Umdasch Group betont: „Die Umdasch Group ist mit mehr als 160 Niederlassungen weltweit vertreten. Um diese Vielfalt zu managen, braucht es eine klare globale Strategie. Und dabei größtmögliche lokale Wertschöpfung und Souveränität, um uns unabhängiger von geopolitischen Ereignissen zu machen. Wir nennen das „glokal“: eine globale Strategie – lokal umgesetzt. In diesem Kontext betrachten wir auch Digitale Souveränität: Digitalisierung ist ein globales Thema, das sich nicht in Ländergrenzen zwängen lässt. Gleichzeitig müssen wir in unseren Märkten jederzeit operativ handlungsfähig bleiben. Unsere Intention sollte daher sein, sämtliche Lösungen, Prozesse und ihre Applikationen so zu gestalten, dass sie autonom anwendbar sind, lokal Nutzen stiften und Risiken minimieren. Dazu brauchen wir gut ausgebildete Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Damit verbunden müssen wir zukunftsgerichtete Ausbildungen fördern. Etwa im Bereich Digitalisierung, Künstliche Intelligenz, ihrer Chancen und Risiken – Stichwort „Cybersicherheit.“

 „Digitale Souveränität bedeutet für uns als führendes Versicherungsunternehmen in Zentral- und Ostereuropa vor allem eines – eine große Chance: Eigenständige Innovationen, die wir in Europa nach unseren eigenen Maßstäben vorantreiben, ermöglichen uns die Kontrolle über unsere Technologie und Daten zu behalten. Sie sind zudem sicher, vertrauenswürdig und nah an den Bedürfnissen unserer Kundinnen und Kunden. Wer heute auf europäische Lösungen setzt, investiert in Unabhängigkeit und Innovationskraft zugleich“, sagt Harald Schabernack, Chief Information Officer Vienna Insurance Group.

Die „Initiative Digitale Souveränität“ versteht sich als Impulsgeber und wird ihr Positionspapier sowohl in den politischen als auch in den gesellschaftspolitischen Dialog mit Wirtschaft und Wissenschaft einbringen sowie Diskussionsveranstaltungen zu dem Thema organisieren.

Das vollständige Positionspapier finden sie hier zum Download: www.souveraen-digital.at

Bilder der Pressekonferenz finden sie hier: https://www.apa-fotoservice.at/galerie/40046

Rückfragehinweis:

Peter Schiefer

Grünberger & Partner

Tel: +43 676 88066210

E-Mail: peter.schiefer@gruenberger-partner.com

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